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Gran Canaria
Die Inseln liegen nahe vor dem afrikanischen Festland. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sie sich im Laufe der Zeit von diesem nach und nach abgespalten haben. Doch die Nähe zum Festland ist trügerisch, denn die Kanarischen Inseln verdanken ihre Existenz der Plattentektonik und sind vulkanischen Ursprungs. Im Gegensatz zu Teneriffa und Lanzarote, die ihre vulkanische Abstammung durch den Teide (Teneriffa) oder ihre kahlen Kraterlandschaften (Lanzarote) preisgeben, bedarf es einer Suche nach solchen Anzeichen auf Gran Canaria.
Aber dennoch zeugen auch noch heute Kraterreste und Hänge aus dunkler Vulkanasche, die die Straßenränder säumen, von der vulkanischen Vergangenheit der Insel. Die "Geburt" der Kanaren liegt rund 20 - 30 Millionen Jahre zurück. Damals wie heute driften die Amerikanische und Afrikanische Platte auseinander.
Zur Frühgeschichte der Kanaren werden heute immer noch sehr unterschiedliche Positionen bezogen. Aufgrund der verschiedenen Auffassungen, Theorien und Thesen sollte man diesen Themenbereich mit einem großen "Fragezeichen" versehen. So sprechen einige Quellen von einer vermuteten Besiedlung der Kanaren mit dem Beginn mehrerer Einwanderungswellen von Nordafrika aus bereits um 3.000 v. Chr. Andere Quellen sprechen von einer im dunkeln liegenden frühzeitigen Besiedlung.
Archäologische Datierungen und Vergleiche, die erst in letzter Zeit durchgeführt wurden, und die Dialektik von Ortsnamen sprechen nicht dafür. Deswegen gehen diese Forscher von einer Besiedlung durch die Berber aus, die für eine späte Besiedlung um das 5. Jh. vor Christus stehen. Für andere sind die Kanaren sogar die Überreste des versunkenen Kontinents "Atlantis" oder das Land des um 540 n. Chr. "spurlos" verschwundene Volk der Vandalen.
Auch in den folgenden Jahrhunderten war Gran Canaria von einer wechselvollen Geschichte geprägt. Zunächst lebten die Altkanarier - auch Guanchen genannt - noch unbehelligt von der übrigen Weltgeschichte. Doch dies änderte sich schlagartig als die Kanaren in das Blickfeld der beiden großen Seefahrernationen Portugal und Spanien gerieten.
In den Jahren 1405/1406 n. Chr. werden Fuerteventura, Hierro und Gomera von dem Franzosen Béthencourt für die spanische Krone vereinnahmt. 1478 n Chr. erleiden die Ureinwohner Gran Canarias einen herben Rückschlag bei der Verteidigung der Insel und Las Palmas wird gegründet. 1485 n. Chr. wird Las Palmas zum Bischofssitz. 1527 n. Chr. wird das höchste spanische Gericht der Kanaren in Las Palmas angesiedelt. Dies unterstreicht die besondere Stellung Gran Canarias vor den übrigen Inseln des Archipels. 1820 wird Las Palmas die Hauptstadt Gran Canarias. Aber bereits zwei Jahre später wird Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt der Kanarischen Provinz. Gran Canaria verliert an Bedeutung. Erst 1927 wird Las Palmas wieder Hauptstadt - diesmal jedoch "nur" für die Ostprovinz des Kanarischen Archipels. 1993 wird die volle Integration der Kanaren in die EU verwirklicht.
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